15 petametry!
Der Ameisennebel ist eine Wolke aus leuchtendem Gas, die von einem sterbenden Stern ausgestoßen wurde, im südlichen Sternbild Winkelmaß. Durch Teleskope am Boden betrachtet, sieht er aus wie der Kopf und Körper einer Ameise. Die NASA schätzt, dass er etwa 1,6 Lichtjahre beziehungsweise 15 Billionen Kilometer lang ist, wobei ein Lichtjahr die Strecke ist, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Seine Entfernung von der Erde ist unsicher, ebenso wie seine tatsächliche Länge.
Am Himmel ist der gesamte Nebel etwa 1 Bogenminute lang, wobei eine Bogenminute 1/60 Grad entspricht. Sein hellster Teil besteht aus einem Paar blasenförmiger Loben, je einem auf jeder Seite des Zentralsterns, die den Körper der Ameise bilden. Sie reichen in jede Richtung etwa 15 Bogensekunden, ein Viertel einer Bogenminute, vom Stern weg, sodass sie zusammen etwa die Hälfte der gesamten Länge des Nebels ausmachen. Schwächere Säulen und Gasstreifen reichen noch weiter hinaus.
Um aus diesem Winkel eine Länge zu berechnen, braucht man die Entfernung des Nebels, die sich nur schwer messen lässt. Veröffentlichte Schätzungen reichen von etwa 3.300 bis 8.800 Lichtjahren. In diesen Entfernungen entspricht 1 Bogenminute etwa 1 bis 2,6 Lichtjahren, und die Schätzung der NASA von 1,6 Lichtjahren liegt innerhalb dieser Spanne.
Eine detaillierte Studie aus dem Jahr 2004, die das Hubble-Weltraumteleskop und große Teleskope am Boden nutzte, fand mindestens vier getrennte Gasströme, die vom Stern ausströmen. Es handelt sich um die hellen, blasenförmigen Loben, zwei schmale Säulen, einen Kegel schwacher Strahlen und einen sehr schwachen, flachen Ring. Das Team nannte diesen Ring Chakram, nach einer alten scheibenförmigen Wurfwaffe aus Indien.
Wie schnell sich die einzelnen Teile bewegen, deutet darauf hin, dass der Stern sie in einer Reihe von Ausbrüchen ausgestoßen hat. Die schwachen Strahlen entstanden zuerst, vor mindestens etwa 1.500 Jahren, und die hellen Loben zuletzt. Gas, das entlang der langen Achse des Nebels strömt, erreicht etwa 500 Kilometer pro Sekunde. Bei dieser Geschwindigkeit könnte es die Strecke von der Erde zum Mond in etwa 13 Minuten zurücklegen.
Astronomen sind sich noch immer nicht einig, um welche Art von Objekt es sich beim Ameisennebel handelt. Er wurde sowohl als planetarischer Nebel eingestuft, jene leuchtende Gashülle, die ein sterbender Stern hinterlässt, als auch als eine Art Doppelstern. Eine flache Staubscheibe verdeckt den Zentralstern, und dieser Stern könnte selbst aus einem Sternpaar bestehen.
Ein Begleitstern in der Nähe des sterbenden Sterns könnte die Form des Nebels erklären, indem er das ausströmende Gas in zwei Loben zieht. Magnetfelder, die durch den rotierenden Stern verdrillt werden, sind eine weitere mögliche Erklärung.
Im Jahr 2018 stellten Astronomen mithilfe des Herschel-Weltraumteleskops der Europäischen Weltraumorganisation fest, dass Wasserstoffgas im Kern einen Teil seines eigenen Lichts verstärkt, nach demselben Prinzip wie bei einem Laser. Der Astronom D. H. Menzel, der den Nebel 1922 entdeckte, war einer der ersten Wissenschaftler, die eine solche Verstärkung für möglich hielten. Nach ihm wird der Nebel auch Menzel 3 genannt.