1 zettamètre!
Die Canis-Major-Zwerggalaxie ist eine dichte Ansammlung von Sternen in Richtung des Sternbilds Großer Hund, etwa 23.000 Lichtjahre von der Sonne entfernt. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, etwa 9,46 Billionen Kilometer. Astronomen gaben 2003 bekannt, dass es sich um eine kleine Galaxie handle, die von der Milchstraße auseinandergerissen wird; spätere Studien deuten jedoch darauf hin, dass sie Teil der Scheibe der Milchstraße selbst ist. Die oben angezeigte Größe, 1 Zettameter oder etwa 106.000 Lichtjahre, ist keine Messung von ihr: Die gemessene Sternansammlung ist etwa 14.000 Lichtjahre tief.
Die Canis-Major-Überdichte, wie Astronomen sie auch nennen, hat keinen klar erkennbaren Rand. Es handelt sich um eine Region, in der Sterne dichter stehen als im entsprechenden Bereich auf der anderen Seite der Scheibe der Milchstraße. In ihrem Kern gibt es bis zu achtmal so viele Sterne wie in diesem Vergleichsbereich.
Das Team, das sie entdeckte, ermittelte ihre Form anhand von Roten Riesen. Es maß den Bereich, in dem Sterne mindestens halb so dicht stehen wie im Zentrum. Nach diesem Maßstab ist sie etwa 5.200 Lichtjahre dick, gemessen rechtwinklig zur Scheibe der Milchstraße, und etwa 14.000 Lichtjahre tief entlang der Sichtlinie von der Erde aus.
Eine Durchmusterung aus dem Jahr 2007 ergab, dass sie am Himmel mindestens fünfmal so lang wie hoch ist, gestreckt entlang der Scheibe der Milchstraße. Die Galaxie reichte über den Rand des untersuchten Gebiets hinaus, sodass sie mehr als 27 Grad des Himmels überspannt, also mehr als etwa 11.000 Lichtjahre.
Im Jahr 2003 durchsuchte ein Team von Astronomen den Two Micron All Sky Survey, eine Karte des gesamten Himmels im Infrarotlicht. Infrarotlicht liefert durch die Scheibe der Milchstraße hindurch einen besseren Blick als sichtbares Licht. Das Team zählte M-Riesen, eine Art Roter Riese, und verglich den Himmel unterhalb der Scheibe der Milchstraße mit dem darüber. Der stärkste Unterschied zeigte sich als eine ovale Sternansammlung in Richtung des Sternbilds Großer Hund.
Sie enthielt etwa so viele M-Riesen wie der Kern der Sagittarius-Zwerggalaxie, einer kleinen Galaxie, die von der Milchstraße auseinandergerissen wird. Daraus schätzte das Team eine Masse vom 100-Millionen- bis 1-Milliarden-Fachen der Sonnenmasse. Vier Sternhaufen liegen in ihrer Umgebung und bewegen sich mit ihr.
Das Team vermutete, dass es sich um die Überreste einer Zwerggalaxie handelt. Aus ihr herausgerissene Sterne, so die Vermutung, bilden einen Ring um den Rand der Scheibe der Milchstraße. Damit war sie zu diesem Zeitpunkt die nächstgelegene bekannte Galaxie, näher als die Sagittarius-Zwerggalaxie.
Weit von ihrem Zentrum entfernt ist die Scheibe der Milchstraße nicht flach. Sie ist verformt und krümmt sich in Richtung des Sternbilds Großer Hund unter ihre übliche Ebene, und sie wird zum Rand hin dicker. Eine Studie aus dem Jahr 2006 fand heraus, dass die Überdichte genau dort liegt, wo diese Abwärtskrümmung am stärksten ist. Ihre Sterne, so die Studie, gleichen denen der äußeren Scheibe der Milchstraße.
Eine Studie aus dem Jahr 2021, die auf Sternmessungen des Weltraumteleskops Gaia beruhte, kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Sie fand, dass die Überdichte eher von der Krümmung der Scheibe der Milchstraße herrührt als von einer verschluckten Galaxie. Stand 2026 ist umstritten, ob es sich überhaupt um eine Galaxie handelt.